29.03.2010 11:39 Alter: 2 yrs

Kleidung

Kategorie: Stil u. Etikette

Die häufigsten Kleidungsfehler von Mann und Frau im Business

Kleider machen Leute. Ob bewusst oder unbewusst – der erste Eindruck von unserem Gegenüber wird immer von dessen äußerem Erscheinungsbild bestimmt. Das gilt vor allem für den Berufsalltag. Die Rolle, die Sie im Berufsleben spielen, sollte deswegen mit Ihrem äußeren Erscheinungsbild übereinstimmen. Genauso wie Ärzte im Kittel und Klempner im Blaumann erscheinen, wird im Geschäftsleben vom Mann der Anzug erwartet und von der Frau eine entsprechende Garderobe. Ein Abweichen von diesen „Dresscodes“ löst im besten Fall Befremden aus – im schlimmsten Fall beendet es berufliche Karrieren.

 

Natürlich gibt es auch im Geschäftsleben die Ausnahmen von der Regel, Branchen – wie in der Werbung, der Film- und Fernsehbranche oder dem Popbusiness –, die als Ausdruck ihrer ‚Kreativität’ ihren Mitarbeitern bei der Kleiderwahl einen größeren Spielraum gestatten. Doch im sogenannten ‚seriösen’ Geschäftsleben (bei Geldinstituten, Anwaltskanzleien oder in den Führungsetagen großer Unternehmen) herrschen klare Vorstellungen über das äußere Erscheinungsbild der Mitarbeiter und Vertreter dieser Berufe. Die entsprechende Garderobe nennt man klassische Businesskleidung. Dabei unterscheidet man noch zwischen hochoffizieller und halboffizieller Business-Kleidung. So wird die hochoffizielle Garderobe vor allem bei führenden Mitarbeitern verlangt, während in den unteren Etagen – wie den Kundenberatern oder den Schalterangestellten einer Bank – die halboffizielle Business-Kleidung ausreicht.

Für die Frau schreibt diese hochoffizielle Business-Kleidung das klassische Kostüm in zurückhaltenden Farben vor. Als Alternative dazu kann noch ein Kleid (Rocklänge maximal eine Handbreit über dem Knie) mit passender Jacke gewählt werden. Etwas sachlicher und geschäftsmäßiger wirken Hosenanzüge, können aber auf konservativen Veranstaltungen – aus genau diesem Grund – schon wieder als zu ‚unfeminin’ auffallen.

Bei der halboffiziellen Business-Kleidung kann die Frau zusätzlich kombinieren, also Blaser zu Rock oder Hose. Auch Rockform und -länge darf hier etwas variieren, Miniröcke sind jedoch nach wie vor tabu, Zipfel- oder Wickelröcke zu verspielt und Hosenröcke schlichtweg out. Bei den Oberteilen sollten Sie große Dekolletés, Blusen ohne Ärmel, Spaghetti-Träger genauso wie Sonnentops ohne Träger vermeiden  Farblich können Sie hier etwas mutiger sein und sich nach den Farben der Saison richten. Aber nie übertreiben! Vermeiden sollten Sie auf alle Fälle Tiger- oder Leopardendrucke, Leggins, transparente Kleidungsstücke, enge Kleidungsstücke unter denen sich die Unterwäsche abzeichnet genauso wie allzu wallende Gewänder („Schlabberlook“), Gold- oder Silberlamé, Pailetten, Strass sowie Rüschenteile und allzu verspielte Kleidung. Ebenso bleiben Herrenanzüge mit Hemd und Krawatte Männern vorbehalten. Und immer Strümpfe tragen. Zwar lockern sich diese Regeln in bestimmten Branchen und Unternehmen seit einiger Zeit, doch häufig gelten nackte Beine nach wie vor als Fauxpas. So sind auch bei großer Hitze für den korrekten Business-Look Strümpfe oder Strumpfhosen Pflicht, ebenso wie das Rasieren der Beine. Aber bitte keine Strumpfhosen mit Netzgewebe oder wilden Muster, und keine weißen oder bunten Socken zu Hosen, und auch keine Socken oder Kniestrümpfe zu Röcken. Ebenso tabu sind knallrote Schuhe, sehr hohe Absätze oder Plateausohlen, klackernde Absätze mit Metallpins, Pantoletten oder zehnfreie Pumps sowie Stiefel in jeder Länge.

 

Die hochoffizielle Business-Kleidung des Mannes besteht aus einem dunklen Anzug – schwarz, dunkelgrau oder in sehr dunklem Blau –, dazu eine Weste, ein vorzugsweise weißes Hemd mit Kentkragen und eine dezente Krawatte, möglichst aus Seide. Das Einstecktuch sollte entweder auf das Hemd abgestimmt sein oder in einem zum Schlips passenden Uniton gewählt werden – aber nicht im selben Muster wie die Krawatte und keine Attrappen. Strümpfe und Schuhe sind schwarz. Nadelstreifen sind erlaubt, aber nur dezent.

Bei der halboffiziellen Business-Kleidung kann der Mann auf die Weste verzichten. Zudem sind Kombinationen mögliche, also ein Jackett oder Blazer zur Hose. Dabei sind auch Muster und gedeckte Farben erlaubt. Die Hemden können leicht getönt sein mit unterschiedlichen Kragenformen, wie Button-down- oder Tab-Kragen; dazu eine passende Krawatte in dezenten Farben. Auf Krawatten oder Krawattennadeln mit Gag-Motiv sollten sie tunlichst verzichten, ebenso wie auf Leder- und Strickkrawatten oder Krawatten mit Holz oder Plastikteilen. Auch fertig gebundene Krawatten mit Gummihalsband machen kein gutes Bild, genau so wenig wie eine gelockerte Krawatte über geöffnetem Hemdkragen. Wollpullover oder Pullunder unter dem Jackett sind ebenso ein Stilbruch wie hochgekrempelte Jackenärmel oder Manschettenknöpfe zu einfachen Manschette. Hosen mit Gürtelschlaufen brauchen einen Gürtel, Hosenträger sollten (unter der Weste) verborgen bleiben – und bitte niemals beides zusammen tragen. Socken und Lederschuhe müssen beim halboffiziellen Businesslook nicht schwarz, sollten aber auf alle Fälle dunkel sein und abgestimmt auf die Farbe der Hose. Generell sollten die Schuhe der dunkelste Bestandteil ihrer Garderobe sein. Und niemals braune Schuhe zum grauen oder blauen Anzug tragen; und auch Slipper, Stiefeletten oder zweifarbige Schuhe trägt Mann besser in seiner Freizeit. Das gleiche gilt für den Dreitagebart. Strümpfe sind bei Männern ebenso Pflicht wie bei Frauen und sollten die Wade bedecken. Und auch hier gilt das Gleiche wie für die Krawatte: Bitte keine bunten Socken oder Strümpfe mit Gag-Motiv – weiße Socken gehören auf den Tennisplatz.

 

Für Mann und Frau gleichermaßen tabu ist Freizeitbekleidung, wie Jeans oder T-Shirts, Nappalederkleidung, zu viel Schmuck und billig wirkende Accessoires sowie sichtbare Piercings und Tätowierungen. Ebenso stillos sind offene Nähte, fehlende Knöpfe, abgetretene Absätze und ungeputztes Schuhwerk. Darüber hinaus sollten Frauen wie Männer auf gepflegte Haare und Fingernägel achten.

 

Die hochoffizielle Business-Kleidung wird in der Regel auch zu formellen Anlässen wie Empfängen, Feierstunden oder Festakten erwartet. Grundsätzlich gilt: Je offizieller der Anlass, desto gedeckter die Farbwahl. Zu Beerdigungen sollten Sie sich so dunkel wie möglich kleiden, und je enger Ihr Verhältnis zum Verstorbenen war, desto konsequenter sollten Sie die Farbe Schwarz tragen.

Wird auf der Einladung ein Kleidungswunsch geäußert, sollten Sie diesen unbedingt respektieren, alles andere wäre äußerst unhöflich. Falls Sie nicht über ein entsprechendes Outfit in Ihrem Kleiderschrank verfügen, schaffen Sie sich entweder einen an oder leihen Sie sich die entsprechende Garderobe aus.

 

Die wichtigsten „Fest“-Garderoben für den Mann und die Frau im Überblick:

 

·        Frack – für den Mann: schwarzer Frack, weißes Frackhemd, weiße Frackweste, weiße Fliege, Lackschuhe, Hemd-Zierknöpfe, Manschettenknöpfe, Taschenuhr – für die Frau: Lange Abendrobe, auch mit Dekolleté, langen Abendhandschuhen, schulterfrei, mit Stola oder Cape/Bolero

·        Smoking – für den Mann: schwarzer Smoking, Smoking-Hemd, Weste oder Kummerbund mit abgestimmter Fliege, Lack- oder elegante schwarze Schuhe – für die Frau: Langes Abendkleid wie beim „Frack“ oder kurzes Cocktailkleid oder einen festlichen Abend-Hosenanzug

·        Cut – für den Mann: schwarzer Cutaway, Stresemann-Hose, Hemd mit Umlagekragen, Krawatte mit Klappenkragen oder Plastron mit Nadel, Weste, schlichte schwarze Schuhe – für die Frau: elegante Tageskleidung wie Complet, Kleid mit passender Jacke, klassisches Kostüm

·        Stresemann – für den Mann: Stresemann-Anzug, klassisches weißes Hemd, silbergraue Krawatte, Weste, schwarze schlichte Schuhe – für die Frau: wie bei „Cut“

·        Schwarzer/dunkler Anzug – für den Mann: Anzug, klassisches weißes Hemd, Weste, dezente Krawatte, schlichte schwarze Schuhe – für die Frau: Am Tag wie bei „Cut“ oder klassischer Hosenanzug, am Abend wie „Abendkleidung“

·        Abendkleidung / festliche Kleidung / Ballkleidung – für den Mann: Frack (in Deutschland aber selten), Smoking oder Dinnerjackett (vorzugsweise im Sommer) oder Long-Jackett, Spenzer oder schwarzer, bzw. dunkler Anzug – für die Frau: wie bei „Frack“ und „Smoking“, allerdings trägt frau zum „schwarzen Anzug“ kein langes Abendkleid

 

Noch ein Tipp: Paare sollten ihre Garderobe so abstimmen, dass sie eine harmonische Einheit bilden.



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